Besser leben - Marion Schwager (Guest Author)

Verlassen werden – Gründe für das Scheitern einer Beziehung

Immer häufiger kommt es zu Trennungen, auch wenn man sich doch so sicher war, dass es die große Liebe und wirklich etwas für immer hätte sein sollen. Vor allem dann, wenn man selbst vom Partner verlassen wurde, stellt man sich die Frage, woran es denn gelegen hat.

Selbstverständlich kann hier niemals eine pauschale Antwort gegeben werden. Dennoch gibt es einige Gründe, die verantwortlich dafür sein können, warum man sich entliebt oder warum die Partnerschaft nicht dauerhaft funktioniert hat. Auch wenn jede Beziehung individuell ist, so werden häufig die nachfolgenden Punkte als Konfliktherde genannt:

  • Finanzen
  • Kinder
  • Interessen
  • Kulturen

Geld als leidiges Thema

Geld ist nicht alles und macht nicht glücklich und dennoch spielt es eine sehr große Rolle und ist daher auch zumindest immer in der Lage, unglücklich zu machen. Das kann sich in Beziehungen sehr unterschiedlich auswirken. Zum einen kommt es häufig zu Einkommensunterschieden, die den beiden Partnern zwar (meistens) von Beginn an bekannt sind, häufig aber dennoch zu Streitigkeiten führen können. So kann sich der benachteiligt fühlen, der mehr Geld in die Beziehung bringt, während der andere eventuell auch an seinem Selbstbewusstsein nagt, weil er sich weniger wert vorkommt. Hier ist es wichtig, immer mit offenen Karten zu spielen und miteinander zu reden, wann immer das Gefühl aufkommt, dass das Finanzielle zwischen einem stehen könnte. Häufig entstehen Probleme auch, wenn zu wenig Geld da ist oder sogar eine hohe Schuldenlast drückt.

Gemeinsame Unternehmungen und Interessen

Oft sind dann gewisse Unternehmungen auch nicht möglich, die für eine Beziehung aber immens wichtig sind. Man darf sich nie zu sicher sein und muss auch nach Jahren aktiv in eine Beziehung investieren.

Die Ablenkung durch neue Medien ist immens. Die Zahl der Menschen, welche online nach Trennung-Hilfen suchen, haben sich im Laufe der letzten 5 Jahre nahezu verdoppelt (Quelle: https://www.Trennungsschmerzen.de). Oft reden die Beziehungspartner mehr „mobile“ als mit dem eigenen Partner. Nur ein Klick weit ist die vermeintliche Hilfe, obwohl sich viele Beziehungsprobleme durch aufrichtige Kommunikation vermeiden ließe. Ein offenes Ohr und ein gemeinsames Planen ist wichtig, damit man merkt, auch trotz Problemen zusammen in dieselbe Richtung zu wollen, auch wenn das nicht mit großen Sprüngen möglich ist. Gemeinsame Interessen wie bspw. Sport, Kunst oder Reisen bieten eine gute Basis für eine langfristig stabile Beziehung.

Verschiedene Lebensumstände und Planungen

In das gemeinsame Planen und Absprechen gehört auch der Bereich der verschiedenen Ansichten und Wünsche für ein glückliches Leben. Streitpunkte gibt es dabei oft in Bezug auf Kinder und dabei nicht nur was den Kinderwunsch, sondern auch die anschließende Erziehung betrifft. Nur reden und ein gemeinsamer Konsens können hier helfen. In einer Beziehung muss nicht immer alles gemeinsam gemacht werden, aber auch wenn man komplett verschiedene Hobbies hat, ist es von großer Bedeutung, den Partner daran teilhaben zu lassen oder ihm sein Interesse zu signalisieren.

Kulturelle Gründe

Auch kulturelle Differenzen werden immer häufiger zu einer großen Herausforderung. Hier ist das große Thema Integration schon im kleinen Kreis sehr wichtig und gerade dann, wenn kulturelle Besonderheiten sich auf die gesamte Familie beziehen, sollte man immer in erster Linie hinter seinem Partner stehen. Auch wenn man sagt, dass Blut dicker ist als Wasser, sollte der Partner der wichtigste Mensch im Leben sein und das sollte ihm auch jederzeit gezeigt werden, auch wenn dadurch Kompromisse mit der eigenen Kultur und Religion getroffen werden müssen.

Bei allen angesprochenen Punkten handelt es sich um Gründe für Trennungen, für die letztendlich keiner wirklich die Schuld trägt. Die Schuld liegt meistens nur daran, dass man nicht über diese Probleme redet. Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, also die Beziehung gekippt, müssen beide Seiten das Scheitern erst einmal verdauen. Dabei kommen die verschiedensten Gefühle zum Vorschein, von Trauer über Wut bis hin zu Enttäuschung, Einsamkeit, Weltschmerz. Diese verschiedenen Phasen der Beziehungsverarbeitung sind wichtig, denn erst, wenn mit der Beziehung abgeschlossen werden kann, entsteht Raum für etwas Neues.

So hart ein Beziehungsaus auch ist, so ist jedes Ende auch immer ein Anfang und bietet die Chance, künftig etwas besser zu machen. Nun stehen die eigenen Interessen wieder im Vordergrund, es müssen keine Absprachen mehr gemacht werden. Es ist Zeit, das Leben als Single neu kennenzulernen und nach einiger Zeit auch wieder zu genießen. Vielleicht sogar noch viel mehr als zuvor.

Die Autorin Marion Schwager ist eine Mitarbeiterin der Plattform www.Trennungsschmerzen.de

Fotocredit Titelbild: iStock.com/Vasyl Dolmatov


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Mag. Isabelle Diwoky

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