Besser leben - Doro Raht

Besser lieben – eine gesunde Liebesbeziehung führen

In einer erwachsenen, gesunden Liebesbeziehung begegnen sich Menschen, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Sie gehen liebevoll und respektvoll miteinander um und klären Konflikte konstruktiv. Sie lieben sich selber und einander. Aber nicht immer ist dieses Ideal so einfach umzusetzen. Die folgenden Anregungen sollen Ihnen auf dem Weg zu einer besseren Liebesbeziehung helfen.

Konflikte in Liebesbeziehungen

Sie haben sicher auch eine Idealvorstellung vom Miteinander in der Partnerschaft. Das Problem ist: in der Realität streiten sich Menschen mit ihren Liebesbeziehungen. Eine Auseinandersetzung kann ja durchaus positiv sein. In diesen Streits stehen sich aber in der Regel 4-6-jährige Variationen der Beziehungspartner gegenüber und schmollen, bocken, beleidigen und buhlen um persönliche Bestätigung oder Liebesbeweise. Ich kann Sie beruhigen: das geht sicher den meisten Menschen immer mal wieder so.

Wunsch nach Verständnis

Wenn Sie mal wieder hochemotional und ziemlich unreif miteinander streiten, hilft zum einen eine gesunde Portion Humor (nur Achtung: lachen Sie bei einem erhitzten Streit besser über sich selber als über Ihren Partner oder Partnerin). Weiterhin kann es hilfreich sein, die Situation zu verlassen und sich das Ganze mal mit einer emotionalen Distanz anzuschauen, quasi von außen. Fragen Sie sich, was eigentlich gerade wirklich los ist und worum es geht. Oder fragen Sie Ihren Partner dies, bei einer für Sie unverständlich starken emotionalen Reaktion. Versuchen Sie dann gemeinsam, respektvoll und an einer gemeinsamen Klärung interessiert, das Problem zu lösen. Die meisten Streits erfordern oft gar keine Lösung an sich, sondern oftmals reicht das Gefühl beider, verstanden zu werden. Unterschiede kann man besser stehen lassen, wenn man merkt, dass beide Seite gesehen und akzeptiert werden. Recht haben wollen, führt nicht zu einer gemeinsamen Lösung.

Wünsche und Erwartungen kommunizieren

In einer gesunden oder erwachsenen Liebesbeziehung kennen die Beziehungspartner ihre eigenen Wünsche und Erwartungen und können sie klar und verständlich formulieren. Oft wird erwartet, dass der Partner die eigenen Wünsche erahnt und erfüllt. Passiert dies nicht, führt es zu Enttäuschungen. Beide Aspekte – sowohl die Erwartungen, als auch die Enttäuschungen – werden dabei nicht direkt kommuniziert, sondern nur unterschwellig versucht zu vermitteln. Dies führt zu Frust und einem Gefühl der Distanz auf beiden Seiten. Es ist in beider Interesse jedoch wichtig, die eigenen Wünsche klar zu kommunizieren, in Worten. Hierfür muss man sich natürlich erst einmal selber bewusst werden, was man vom Gegenüber erwartet und sich wünscht.

Eigene Grenzen äußern

Gehen wir nun davon aus, dass der eine Partner die eigenen Wünsche oder Bedürfnisse kommuniziert hat. Hier passiert oftmals der zweite häufige Fehler: das Gegenüber möchte diese nicht erfüllen – und hat Probleme, dies liebevoll aber bestimmt zu kommunizieren. Erlauben Sie sich eigene Grenzen und drücken Sie diese aus! Nur mit Selbstliebe und eigenen Grenzen kann eine erwachsene Beziehung mit gegenseitiger Liebe gelingen. Der Partner, welcher die Wünsche geäußert hat, sollte nun wiederum akzeptieren, dass die andere Person nicht dazu da ist, die eigenen Wünsche ständig zu erfüllen.

„Nein“ akzeptieren lernen

Man soll und darf Wünsche äußern – und das Gegenüber hat wiederum die freie Entscheidung diese zu erfüllen oder nicht. Schmollen und beleidigt sein hat hier nichts verloren – achten Sie hingegen das „Nein“ und die Grenzen des anderen! Dies muss man erst einmal üben, weil auch die eigenen Eltern dies oftmals nicht gut vorgelebt haben. Viele Eheleute, die nicht gut miteinander reden können, üben mit emotionaler Erpressung Druck aufeinander aus und setzen so ihre Wünsche durch. Auch das romantische Ideal des Prinzen, der alle Träume erfüllt, ist ja durchaus anders gestrickt, als eine erwachsene Beziehung.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf dem Weg zur erwachsenen, gesunden Liebesbeziehung! Seien Sie dabei geduldig mit sich und Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner. Sollten Sie an einem Punkt nicht weiterkommen und professionelle Unterstützung brauchen, beraten wir Sie gerne.

Fotocredit: iStock.com/proud_natalia


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Dipl.-Psych. Susann Müller

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